Netbook: Ehemaliger Spezialist für mobiles Internet
Netbooks waren eine gewisse Zeit für mobiles Internet beliebt
Bild: Telekom
Als handliche Alternative zum Notebook für unterwegs waren Netbooks zwischen 2007 und 2011 populär gewesen, doch seither ist der kurze Netbook-Boom vorbei. Denn Netbooks als Geräte-Kategorie haben Konkurrenz aus zwei verschiedenen Richtungen erhalten: Einerseits Smartphones und Tablets sowie andererseits Ultrabooks. Doch auch wenn so gut wie keine Geräte mehr auf den Markt kommen, die der Kategorie "Netbook" entsprechen, haben viele "Netbook-Features" ihren Eingang in die Welt der Laptops gefunden. Hier finden Sie einen Überblick, welche Eigenschaften Netbooks auszeichneten, warum Netbooks so beliebt wurden und warum ihnen Tablets und Ultrabooks längst den Rang abgelaufen haben.
Netbooks waren eine gewisse Zeit für mobiles Internet beliebt
Bild: Telekom
Netbooks: Kompakt, preisgünstig, nicht besonders leistungsfähig
Netbooks waren gegenüber Laptops nicht nur durch attraktive Preise, sondern auch durch ein geringeres Gewicht, einen oftmals niedrigeren Energieverbrauch und eine Display-Größe zwischen 9 und 12,1 Zoll gekennzeichnet. Die Tastatur der Netbooks war kleiner, aber eine vollwertige Hardware-Tastatur. Dafür war die Ausstattung abgespeckt, Netbooks waren somit kein vollwertiger Notebook-Ersatz. Sie waren konzipiert für WLAN, die mobile Internetnutzung, für Office-Anwendungen unterwegs sowie den Genuss von Musik und Video. Für rechenintensive Spiele oder andere komplexere Anwendungen waren sie nicht geeignet.
Notebooks dagegen leisteten einfach mehr, kamen mit aufwendigeren Programmen klar
und besaßen in der Regel größere und hochauflösendere Bildschirme.
So setzten viele Nutzer ihr Netbook als mobiles Zweit-Gerät zusätzlich zu einem üppiger ausgestatteten Laptop oder Desktop-PC ein.
Netbooks: Ehemalige mobile Begleiter
Bilder: Hersteller, Montage: teltarif.de
Warum waren Netbooks so günstig und beliebt?
Außer der vollwertigen Tastatur sorgte interessanterweise Chip-Hersteller Intel mit für den Erfolg der Netbooks. Die damals entwickelten Intel-Celeron- und Intel-Atom-Prozessoren waren zwar nicht besonders leistungsfähig, arbeiteten dafür energiesparend und bescherten den Netbooks eine deutlich längere Akkulaufzeit als so manchem Laptop.
Die Datenspeicherung erfolgte bei Netbooks von Anfang an nicht mehr auf ratternden, langsamen und Strom fressenden magnetischen Festplatten, sondern auf SSDs. Da diese damals noch teuer waren, blieb der Speicher in den ersten Netbooks zwar klein, Netbooks haben damit aber signifikant zum Erfolg von Flash-Speicher in mobilen Computern mit Tastatur beigetragen.
Schließlich wurden die ersten Asus-Eee-PCs mit dem Easy Mode des vorinstallierten Linux-Derivates Xandros ausgeliefert. Damit fielen die Kosten für die teure Windows-Lizenz weg. Microsoft musste sich also beeilen, eine günstigere und vor allem von den Leistungs-Voraussetzungen her abgespeckte Version von Windows XP zu entwickeln, um den Netbook-Markt nicht komplett zu verschlafen. Spätestens mit der Windows 7 Starter Edition gab es dann aber kaum noch Netbooks mit Linux auf dem Markt.
Konkurrenz durch Smartphones, Tablets und Ultrabooks
Wer heutzutage unterwegs seine E-Mails abrufen, Musik hören oder ein Video schauen möchte und keinen großen und schweren Laptop mitschleppen will, kann diese Vorhaben auch per Smartphone oder Tablet umsetzen. Über eine zusätzliche Tastatur, die entweder per Bluetooth oder als E-Mails Docking-Station angebunden wird, steht dem Vieltipper auch eine einigermaßen komfortable Alternative zur Bildschirm-Tastatur auf dem Touchscreen zur Verfügung.
Ein Vorteil von Netbooks gegenüber Tablets war in der Anfangszeit noch: Sie brachten üblicherweise ein vollwertiges Desktop-Betriebssystem mit, sodass die vom PC gewohnte Software genutzt werden konnte. Mit einem Tablet ist der Nutzer immer noch auf das App-Angebot seines jeweiligen mobilen Betriebssystems wie zum Beispiel iPadOS oder Android angewiesen. Eine Ausnahme hiervon bieten - bezogen auf das Betriebssystem - nur Tablets mit Windows. Doch auch das iPad und teurere Android-Tablets bringen heutzutage Funktionen und Apps für professionelles Arbeiten mit.
Zudem werden heutige Laptops den Netbooks immer ähnlicher, was die kompakten Maße, das geringe Gewicht und den niedrigen Energieverbrauch angeht, ohne dabei an Rechenleistung einzubüßen. Für ultramobile Laptops oder auch Ultrabooks gilt allerdings: Ihr Preis ist deutlich höher als der eines damaligen Netbooks. Der Käufer muss hier etwa das Doppelte bis das Dreifache einkalkulieren wie seinerzeit für ein Netbook. Angesichts der starken Konkurrenz haben sich alle Hersteller aus der Netbook-Produktion zurückgezogen.
Viele Privatleute, Arbeitnehmer, Selbständige und Freiberufler möchten heutzutage natürlich weiterhin unterwegs und im Home-Office arbeiten - wir geben hierfür in einem separaten Ratgeber Tipps zum mobilen Arbeiten mit Laptop, Smartphone und Tablet.
Bild vom Asus Eee PC T91
Bild: Asus
2007: Start für den Netbook-Boom mit dem Eee PC
Asus ebnete zum Jahresende 2007 mit dem ersten Modell Eee PC 701 den Weg für den kurzzeitig großen Erfolg der Netbooks. Der Begriff und die neue Produktgruppe rückten ins Bewusstsein. Der Asus Eee PC 701 war lediglich mit den nötigsten Hardware-Komponenten ausgestattet und kostete knapp 300 Euro. Das handliche Teil im DIN-A5-Format kam mit einem 7-Zoll-Bildschirm und einer Masse von einem Kilogramm daher.
Auf den Netbook-Urahn folgte die 900er- und die 1000er-Reihe mit verbesserter Leistung und erweitertem Funktionsumfang. So spendierte Asus seinen neueren Modellen Funkmodule für Bluetooth und UMTS, das Display wuchs von 7 auf 10 Zoll - auch eine 12-Zoll-Klasse wurde aus der Taufe gehoben - und der Speicherplatz stieg von anfangs 4 GB auf 250 GB.
Mit Modellen wie dem Eee PC T101MT mit einem drehbaren Touchscreen inklusive Multitouch-Unterstützung, was ihm den Namen "Netvertible" (Kombination aus Netbook und Convertible) einbrachte, erhöhten sich die Einsatzmöglichkeiten weiter und die Grenze zum Tablet verschwamm.
Auch Dell hatte mit dem Inspiron Duo ein ähnliches Gerät im Programm, das durch seine innovative Bauform sehr flach geraten war. Das Beispiel des Dell Inspiron Duo macht deutlich: Der große Erfolg des Eee PC rief erwartungsgemäß Nachahmer auf den Plan. Mit der Zeit brachten HP, Acer, Lenovo, Medion, MSI und viele andere Hersteller eigene Netbooks auf den Markt. Eine Besonderheit war der Asus Eee Keyboard PC, der viele Anwender an den legendären Commodore 64 erinnerte; das Konzept setzte sich aber nicht durch. Auch Nettops, also günstige Desktop-PCs ohne Bildschirm in Box-Form mit Netbook-Komponenten wie die Asus EeeBox oder der MSI Wind PC sind wieder vom Markt verschwunden.
Geräte wie das Apple iPad oder das mit Stift bedienbare 5,3-Zoll-Smartphone Samsung Galaxy Note, die 2010 und 2011 erschienen, läuteten schließlich das Ende der Netbooks ein.
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